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#bewertungen sind kein medizinischer qualitätsnachweis

Online-Bewertungen in der Medizin – was sie leisten können

#eine behandlung ist kein restaurantbesuch

Online-Bewertungen können Patientys bei der Suche nach einer Praxis helfen. Sie sind aber kein einfacher Maßstab für medizinische Qualität. Eine Behandlung lässt sich nicht so bewerten wie ein Essen, ein Hotelzimmer oder ein gelieferter Gegenstand.

Bewertungen gehören inzwischen zum Alltag. Bevor wir ein Restaurant besuchen oder ein Produkt kaufen, schauen wir oft auf Sterne und Erfahrungsberichte. Bei medizinischen Dienstleistungen liegt die Sache anders: Patientys und Behandlerys bringen unterschiedliche Erwartungen, Vorerfahrungen und Perspektiven mit.

Eine Behandlung kann fachlich sinnvoll sein, auch wenn sie unangenehm war. Umgekehrt kann eine angenehme Begegnung nicht beweisen, dass die Behandlung medizinisch besonders gut war. Viele Patientys können außerdem gar nicht beurteilen, welche fachlichen Entscheidungen hinter einer Behandlung stehen. Die persönliche Erfahrung ist deshalb wichtig, aber nicht mit einem objektiven Qualitätsurteil gleichzusetzen.

Dazu kommt, dass sich Behandlungserfolge nicht immer sofort zeigen. Beschwerden können sich unabhängig von der Behandlung verändern, Erwartungen können unterschiedlich sein und der persönliche Kontext beeinflusst, wie ein Termin erlebt wird. Eine einzelne Bewertung bildet immer nur einen Ausschnitt ab.

Worum es hier geht

Bewertungen sollen nicht abgewertet werden. Sie können Hinweise auf Kommunikation, Organisation und das Erleben einer Praxis geben. Sie sollten aber nicht als alleiniger Beweis für die fachliche Qualität einer Behandlung verstanden werden.

#subjektive erfahrung und fachliche qualität

Eine Bewertung kann verschiedene Dinge beschreiben. Je klarer diese Ebenen getrennt werden, desto hilfreicher ist das Feedback für Patientys und Praxis.

Das persönliche Erleben

Wie wurde die Kommunikation wahrgenommen? War die Praxis erreichbar, verständlich und gut organisiert? Solche Erfahrungen können für andere Patientys sehr nützlich sein und der Praxis konkrete Hinweise geben.

Die Behandlung selbst

Ob eine Behandlung fachlich angezeigt war oder welche Methode im Einzelfall richtig ist, lässt sich aus einer Sternezahl normalerweise nicht ableiten. Dafür fehlen der Bewertung oft medizinischer Kontext und die nötige fachliche Einordnung.

Das Ergebnis

Ein Behandlungsergebnis kann von vielen Faktoren abhängen und sich erst später zeigen. Eine Bewertung kurz nach dem Termin ist deshalb nicht automatisch eine Bewertung der langfristigen Wirksamkeit.

Für die Auswahl einer Praxis sind Bewertungen damit ein Baustein unter mehreren. Auch Qualifikation, Behandlungsschwerpunkt, Erreichbarkeit, Transparenz und der persönliche Eindruck sollten in die Entscheidung einfließen.

#warum bewertungen nicht gleich verteilt sind

Das Bild einer Praxis kann verzerrt sein, wenn vor allem die besonders zufriedenen oder die besonders unzufriedenen Patientys eine Bewertung hinterlassen.

Negative Erlebnisse werden eher geteilt

Enttäuschung oder Ärger motivieren häufig stärker zum Schreiben als ein Termin, der einfach gut und unauffällig verlaufen ist. Wenige kritische Stimmen können dadurch sichtbarer werden als viele positive Erfahrungen.

Positive Erfahrungen sind sensibel

Wer öffentlich von einer medizinischen Behandlung erzählt, gibt unter Umständen selbst preis, dass eine Behandlung stattgefunden hat. Datenschutz und Scham können daher dazu führen, dass positive Erfahrungen nicht öffentlich sichtbar werden.

Das bedeutet nicht, dass Kritik unberechtigt ist oder ausgeblendet werden sollte. Es bedeutet nur, dass die Anzahl der Sterne nicht ohne den Entstehungskontext interpretiert werden kann. Aussagekräftiger wird das Bild, wenn Bewertungen über einen längeren Zeitraum entstehen und verschiedene Aspekte des Praxisalltags beschreiben.

Eine Praxis sollte auf Kritik sachlich reagieren, ohne in der Öffentlichkeit über einzelne Behandlungen oder Patientys zu sprechen. Die Schweigepflicht gilt auch dann, wenn eine Bewertung bereits Details enthält.

#woran du einer bewertung vertrauen kannst

Eine gute Bewertungsplattform muss mehr leisten, als Sterne zu zählen. Für ein faires und vertrauenswürdiges Bild sind mehrere Schutzmechanismen wichtig.

Unabhängige Plattform

Bewertungen sollten nicht vollständig von der bewerteten Praxis kontrolliert werden. Eine unabhängige Stelle schafft mehr Vertrauen und macht sichtbar, nach welchen Regeln Bewertungen veröffentlicht werden.

Echte Patientys

Eine Verifizierung kann helfen zu zeigen, dass eine Bewertung von einer Person stammt, die tatsächlich Kontakt mit der Praxis hatte. Sie muss dabei nicht offenlegen, wer diese Person ist.

Anonymität und Datenschutz

Patientys müssen ihre Erfahrung äußern können, ohne dass sensible Gesundheitsdaten oder die Identität öffentlich werden. Eine Bewertungsplattform sollte so wenig Informationen wie möglich veröffentlichen und verarbeiten.

Klare Regeln und Moderation

Sachliche Kritik muss möglich bleiben. Beleidigungen, nachweislich falsche Inhalte und Werbung sollten aber nach nachvollziehbaren Regeln geprüft und moderiert werden.

Wie sieht das bei lemniscus aus?

lemniscus integriert ProvenExpert (PE) direkt in die Praxissoftware. ProvenExpert ist dabei nicht nur eine Bewertungsplattform, sondern zugleich ein Aggregator: Bewertungen aus Google, Jameda und anderen Plattformen können an einem Ort zusammengeführt werden. Gerade für Therapeutys ist das wichtig, weil sie sich über Jahre Bewertungen auf verschiedenen Portalen aufgebaut haben. Diese Bewertungen einfach durch einen Wechsel auf ein neues System zu verlieren, wäre kontraproduktiv.

Die in ProvenExpert möglichen Umfragen sind außerdem näher an einem Feedbackbogen, wie man ihn aus typischen Qualitätssicherungsmaßnahmen kennt, als an einer bloßen Sternchenbewertung. Sie können gezielt nach verschiedenen Aspekten des Kontakts fragen und der Praxis dadurch differenziertere Rückmeldungen geben, als es eine einzelne Sternezahl könnte.

Zusätzlich gibt es eine ReviewForest-Integration. Ein Bewertungswald verbindet Bewertungen mit einem konkreten ökologischen Zweck: Für jede Google-Bewertung wird als Dankeschön ein Baum gepflanzt. Das macht die Bitte um Feedback greifbarer und kann die Hemmschwelle für eine Bewertung deutlich senken – gerade bei Google, wo viele Menschen zwar eine gute Erfahrung gemacht haben, aber nicht eigens nach dem passenden Bewertungsformular suchen.

Beide Integrationen verfolgen damit unterschiedliche, sich ergänzende Ziele: ProvenExpert hilft, vorhandene Bewertungen aus verschiedenen Quellen zusammenzuhalten und strukturiertes Feedback einzuholen. ReviewForest erleichtert den konkreten Weg zu einer öffentlichen Bewertung, besonders bei Google. So können sich Interessierte ein vielfältigeres Bild machen, statt sich nur auf die Behauptung „die beste“ oder „die beliebteste“ Praxis zu verlassen.

Kurz gesagt

  • Eine medizinische Bewertung beschreibt vor allem eine persönliche Erfahrung, nicht automatisch die fachliche Qualität.
  • Einzelne Sterne müssen im Kontext von Zeitpunkt, Erwartungen und Behandlungssituation gelesen werden.
  • Faire Bewertungen brauchen Unabhängigkeit, Verifikation, Datenschutz sowie klare Regeln und Moderation.
  • ProvenExpert bündelt Bewertungen verschiedener Plattformen und ermöglicht strukturierte Umfragen.
  • ReviewForest kann die Hemmschwelle für eine öffentliche Bewertung, gerade bei Google, senken.
  • Bewertungen sind eine Entscheidungshilfe unter mehreren und kein Ersatz für den eigenen Eindruck.

Weiterlesen

Die ausführliche Fassung „Online-Bewertungen in der Medizin“ ist im Fachmagazin AKOM, Ausgabe 12/2023, erschienen. Hier kannst du den vollständigen Artikel als PDF lesen.

#orientierungspunkte

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